2019

Themenführung durch Hammerbrock

Stadtteilführung Hammerbrook – 29. September 2019

„Wir begeben uns auf die Spur der Verwüstung im damals fast vollständig zerstörten Stadtteil Hammerbrook - entlang Bunkeranlagen, Stätten des NS-Terrors bis ins Zentrum des Feuersturms. Neben vielen historischen Fakten werden Tondokumente, philosophische und künstlerische Annäherungen präsentiert."

So stellt der Veranstalter Stattreisen diese Themenführung in seinem Prospekt vor, und es war klar, dass dies schwere Kost wird. Das Wetter passte sich dem Thema an und zeigte sich von der kalten, trüben, regnerischen Seite. 

An der S-Bahnhaltestelle Berliner Tor trafen sich die 13 Helvetianer mit der Führerin von Stattreisen, um zuerst eine kurze Einführung zu bekommen. Die Journalistin, die in den letzten Jahren auch in aktuellen Kriegsgebieten unterwegs war, konnte die Zustände vor dem Krieg und auch die schrecklichen Angriffe, die unter dem Namen „Operation Gomorrha“ in die Geschichte eingingen, sehr bildlich schildern – denn eines musste sie gleich zu Beginn darstellen: Es gibt in Hammerbrook nur noch sehr wenig zu sehen, was aus der Zeit vor dem Feuersturm stammt. 

Die Operation Gomorrha umfasste insgesamt 7 Angriffswellen vom 24. Juli bis zum 3. August 1943 unter dem Kommando von Bomber-Harris: Zwei Bombardierungen wurden tagsüber von der amerikanischen Air Force vorgenommen, vorwiegend auf strategische Ziele und die britische Royal Air Force war in fünf nächtlichen Angriffswellen Bomben auf die Wohngebiete. Begünstigt durch die extreme Wetterlage mit großer Hitze und Trockenheit entfalteten sich die Flächenbrände nach der zweiten nächtlichen Großoffensive vom 27. auf den 28. Juli 1943 zu einem Feuersturm, der über 30.000 Tote zur Folge hatte.

Mit einigen Fotos konnte die Führerin aufzeigen, wie die heute mit zweckmäßigen Bürobauten zugebauten Straßen vor und nach den schweren Bombardements aussahen. Man mochte gar nicht auf dieses Bild der totalen Verwüstung schauen. 

Auf jeden Fall steckte am Ende allen Teilnehmern die Kälte in den Knochen – einerseits vom Wetter, anderseits von dem auf dem Spaziergang Gehörten. Da bot sich die Einkehr in ein nahegelegenes persisches Lokal geradezu an, um den Nachmittag bei einem warmen Getränk und einem Imbiss ausklingen zu lassen. (Text + Bild: A.Kurmann)